Dread-Disease

Dread-Disease-Versicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung?

Der Verlust der Arbeitskraft gehört nach wie vor definitiv zu den größten finanziellen Risiken, die es in der Praxis gibt. Insbesondere dann, wenn junge Menschen ihre Fähigkeit verlieren, dauerhaft einen Beruf auszuüben, kann die Schadenssumme bis in den siebenstelligen Euro-Bereich hineinreichen. Wer nicht dauerhaft am Existenzminimum leben und auf staatliche Unterstützung angewiesen sein möchte, der sollte sich gegen dieses nicht unerhebliche Risiko möglichst optimal absichern.

 

Zunehmendes Risiko der Erwerbsunfähigkeit

Bis vor etwa einem Jahrzehnt war es häufig so, dass die Bürger in Deutschland der Auffassung waren, dass sie ohnehin nicht vom Risiko der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit betroffen sind. Zur damaligen Zeit war diese Annahme zumindest in manchen Berufen auch zutreffen, denn die Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit betraf hauptsächlich solche Personen, die Tätigkeiten mit schwerer körperlicher Anstrengung nachgegangen sind. So waren es insbesondere unter anderem Bauarbeiter, Mitarbeiter von Möbelunternehmen oder auch Dachdecker, die teilweise schon vor dem Erreichen des 50. Lebensjahres berufsunfähig wurden.

Mittlerweile hat sich die Situation allerdings insoweit geändert, dass auch immer mehr Menschen mit Berufen erwerbsunfähig werden, die nicht als körperlich anstrengend zu bezeichnen sind. Dies liegt daran, dass die Berufsunfähigkeit wegen psychischer Erkrankungen erheblich zunimmt. Heutzutage sind es insbesondere die folgenden Krankheiten, die am häufigsten zur Berufsunfähigkeit führen:

  • Psychische Erkrankungen
  • Gelenk- und Muskelerkrankungen (beispielsweise Rückenleiden)
  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Krankheiten der inneren Organe inkl. Tumore

Wie an der Auflistung zu erkennen ist, handelt es sich durchaus um Krankheiten, die jeden Bürger treffen können. Daher ist es sehr fahrlässig, wenn manche Verbraucher nach wie vor davon ausgehen, dass sie ohnehin nie von Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit betroffen sein werden.

 

Finanzielle Absicherung auf Niveau des Existenzminimums

Während es fatal wäre, das Risiko der Berufs- und Erwerbsunfähigkeit, also den Verlust der Arbeitskraft, zu unterschätzen, gibt es noch einen weiteren Faktor, der ebenfalls dazu führt, dass für keine ausreichende Absicherung gesorgt wird. Und zwar gehen nach wie vor zahlreiche Bürger davon aus, dass sie selbst im Fall einer Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit durch die Sozialsysteme in Deutschland bestens geschützt sind. Dies ist jedoch keinesfalls realitätsnah, denn bestenfalls bewegt sich diese staatliche Absicherung auf einem Niveau der Existenzsicherung.

Wer beispielsweise berufsunfähig wird, der kann überhaupt keine staatlichen Leistungen erwarten. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente tritt nämlich erst dann mit ihrer Leistung ein, wenn man als Bewerber erwerbsunfähig gilt. Aber selbst unter dieser Voraussetzung erhalten viele Betroffene gerade einmal eine finanzielle Unterstützung, die zur Sicherung der Grundbedürfnisse reicht, müssen demzufolge nicht selten dennoch zusätzlich Sozialleistungen beantragen. Daher ist es unter der Voraussetzung unerlässlich, sich privat gegen den Verlust der Arbeitskraft abzusichern, wenn man zumindest den bis dato erworbenen Lebensstandard einigermaßen halten möchte.

 

Absicherung durch Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine am häufigsten gewählte Möglichkeit, sich gegen das Risiko des Arbeitskraftverlustes finanziell zu schützen, ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Die BU-Versicherung wird mittlerweile in Deutschland von mehr als zehn Millionen Bürgern genutzt und stellt grundsätzlich die bestmögliche Absicherung für den Eintritt der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit dar. Allerdings handelt es sich nicht unbedingt um eine einfache Versicherung, da beispielsweise auf diverse Vertragsdetails und Tarifinhalte geachtet werden muss. Zudem ist es ebenfalls nicht ganz einfach, die richtige Höhe im Hinblick auf die Berufsunfähigkeitsrente zu wählen. Auf jeden Fall ist es aufgrund der Vielzahl der Angebote sehr sinnvoll, einen umfangreichen Vergleich der Anbieter durchzuführen und sich bei Bedarf auch von einem Experten beraten zu lassen.

 

Dread-Disease Versicherung als mögliche Alternative

Aus verschiedenen Gründen haben nicht alle Verbraucher die Möglichkeit, sich über eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzusichern. Insbesondere dann, wenn bereits eine oder mehrere Erkrankungen vorliegen, kann es in der Praxis durchaus passieren, dass die Versicherungsgesellschaft den Antrag abgelehnt. Alternativ werden oftmals schon bei anscheinend harmloseren Vorerkrankungen hohe Beitragszuschläge verlangen, sodass die Berufsunfähigkeitsversicherung einfach zu teuer wird. In diesem Fall gibt es jedoch eine mögliche Alternative, nämlich die in Deutschland noch nicht ganz so bekannte Dread-Disease Versicherung.

Es handelt sich dabei um eine Versicherung, mittels derer zwar nicht direkt der Verlust der Arbeitskraft abgesichert ist. Zumindest aber wird eine vereinbarte Versicherungssumme dann ausgezahlt, wenn der Versicherungsnehmer an einer schweren Krankheit leidet. Welche Krankheiten abgesichert sind, muss im jeweiligen Tarif vereinbart worden sein. Positiv an der Dread-Disease Versicherung ist, dass die Versicherungssumme auch dann gezahlt wird, wenn nicht zwangsläufig eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit eingetreten ist. Negativ ist allerdings auf der anderen Seite, dass der Versicherungsnehmer eventuell erwerbs- oder berufsunfähig wird, jedoch dennoch keine Leistung aus Dread-Disease Versicherung erhält, weil eben keine versicherte Erkrankung zur Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit geführt hat.

 

Fazit

In Deutschland ist es zwingend erforderlich, sich privat gegen den Verlust der Arbeitskraft abzusichern. Staatliche Unterstützung ist nur in manchen Fällen vorhanden und auch nur extrem selten ausreichend, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Daher sollten Sie sich um eine private Absicherung kümmern, die beispielsweise in Form der Berufsunfähigkeitsversicherung oder auch der Dread-Disease Versicherung vorgenommen werden kann.